Ein beliebtes Spielchen unter Fußballfans ist das Tippen. Manche verwetten ihr ganzes Geld, andere halten es mit dem Freundeskreis im ganz kleinen Rahmen. Für ihr Betriebsfußballturnier hat die KREISZEITUNG irgendetwas zwischendrin gefunden. Der Einsatz ist erstaunlich gering – wenn man es genau nimmt, ist die Teilnahme sogar ganz im schwäbischen Sinne kostenlos – die möglichen Gewinne hingegen wissen zu begeistern. Das Einzige, was man dafür tun muss: Vorher wissen, wer nachher gewinnt und uns das auf unserem Formular unter www.bb-live.de/gewinnspiel mitteilen.
Das Ganze zieht übrigens ungeahnte Kreise. Sogar Tipps aus Hamburg, Hannover, München, Mönchengladbach, Bonn, Nürnberg, Gera und Heidelberg sind hier eingegangen. Kein Witz, ganz echt! Es gibt tatsächlich Menschen in der großen Bundesrepublik Deutschland, die hoffen, sie schnappen sich ein IPad, indem sie den Sieger eines Betriebsfußballturnieres im beschaulichen Kreis Böblingen tippen. Sensationell, vermutlich haben die einfach bei Google “Gewinnspiel” eingegeben und dann auf jeden Link, der ihnen in blau erschienen ist, einmal draufgeklickt. Diese These wird bestätigt durch den Teilnehmer, der auf die U19 des SSV Reutlingen gesetzt hat. Die spielt bei der normalen Hallengala mit, nicht beim Betriebsfußball, denn eine Stadt bzw. ein Verein ist nicht unbedingt ein Betrieb in diesem Sinne. Aber sowas passiert halt, wenn man mitmacht, ohne zu wissen, bei was man da überhaupt einen Preis abstauben will. Und natürlich, wenn man nicht nur einfach ein Häkchen setzen, sondern tatsächlich selbstständig etwas in ein Feld schreiben muss.
Wer gewinnt sie also, die erste Betriebsfußballgala im Sindelfinger Glaspalast? Nun, schaut man sich die bisher eingegangenen Tipps an, gibt es durchaus einige Favoriten, auf die schon der ein oder andere Tipp abgegeben wurde. Auf die gehe ich gar nicht näher ein. Und es gibt Teams, denen anscheinend nicht mal Außenseiterchancen eingeräumt werden, denn keine Sau tippt auf sie. Es bricht mir fast das Herz, dass die von mir so hingebungsvoll zusammengestellte Mannschft der KREISZEITUNG ebenfalls dazu gehört. Nicht mal die Leute aus den ganzen vorher erwähnten Großstädten von weit, weit weg, die eigentlich gar keine Ahnung vom Betriebswesen im Kreis haben dürften, tippen auf uns. Die könnten doch wenigstens darauf spekulieren, dass wir als Gastgeber besonders ehrgeizig sind, den Pokal hierzubehalten. OK, zwei Tipps sind dann doch auf die KRZ-Truppe eingegangen. Der eine ist von meinem Onkel, der dankenswerterweise viel Vertrauen in seinen Neffen steckt. An dieser Stelle schöne Grüße an den Willy, wir werden versuchen, das Ipad für dich rauszuballern. Im Gegenzug würden wir dann eine kleine Party erwarten, aber was sind schon ein paar Kästen Bier gegen ein nagelneues Gerät von Apple?! Der zweite Tipp kommt… von mir selbst, weil ich einfach mal testen wollte, ob man uns überhaupt als Sieger in das Formular eingeben kann. Scheint aber alles seine Richtigkeit zu haben. Das KRZ-Team umgibt offenbar eine Aura des Pessimismus.
Das habe ich auch meistens gemerkt, wenn hier in der gemütlichen Sportredaktion das Gespräch auf die Betriebsfußballgala kam. Von halblinks und links wurden mir da von meinen beiden sonst eigentlich ganz umgänglichen und lieben Kollegen die Sprüche reingedrückt, das war eine wahre Pracht. Es ging los, als unsere Truppe – die damals übrigens noch gar nicht so konkret zusammengestellt war – mit den nicht wirklich freundlichen Worten “eine Mannschaft aus Blinden und Halbblinden” umschrieben wurde. Oder als Reaktion auf meinen Blog, in dem ich die Mannschaft vorgestellt habe: “Das mit den 26 Füßen passt ja, aber das mit dem Hallelujah ist zweifelhaft.” Da kann man ja nur freundlich mitlachen und hoffen, dass es am Ende doch ganz anders läuft. Nach der Auslosung, bei der die KREISZEITUNG mit dem Stadtmarketing Böblingen eine reine Frauenmannschaft zugelost bekam, hieß es: Wenn ihr Glück habt, könntet ihr gegen die vielleicht gerade so gewinnen.” Und zuletzt, als es darum ging, ob Nummern auf die Trikots sollen, damit der Hallensprecher die Torschützen durchgeben kann: “Eigentlich müssen da keine Nummern drauf, weil wenn ihr keine Tore macht, braucht der Hallensprecher euch auch nicht zu erkennen.” Klasse, wie wenn man mit Thomas Schreckenberger und Bettina Kästle gleichzeitig in einem Büro hocken würde.
Vielleicht behalten die beiden geschätzten Kollegen am Ende ja doch Recht und das Betriebsfußballteam der KREISZEITUNG geht gnadenlos unter. Wer weiß schon, welche Geschütze die anderen Mannschaften auffahren können?! Oder das war alles ein psychologischer Schachzug von den beiden, um das letzte bisschen Motivation aus Teammanager und Spielern rauszukitzeln. Zumindest ist in mir persönlich ein Motto gereift, das auch schon den dritten Teil der “Stirb langsam”-Filmreihe zierte: Jetzt erst recht!