30.06.2011

Frauenfußball, Gnadenhochzeit und Terror-Gartenzwerge

Um 23:22 Uhr von Langner in Spott-Cast

Der dritte Spottcast mit Thomas Schreckenberger ist online. Diesmal nimmt der Kabarettist die Frauenfußball-WM aufs Korn, freut sich mit einem Darmsheimer Ehepaar, das kürzlich seine Gnadenhochzeit feiern durfte und fragt sich, wie Polizisten, die es in Böblingen mit Terror-Gartenzwergen zu tun haben, sich wohl als Polizeiausbilder in Afghanistan anstellen würden.

Viel Spaß beim Zuschauen!


25.06.2011

Terroristischer Zwergenpopo

Um 18:48 Uhr von Langner in Satire und Humor der Marke KREISZEITUNG

Von Michael Stürm

Ja, wenn die Nachbarn nicht miteinander harmonieren, dann gibt es bisweilen ganz flippige Möglichkeiten, um diesen Zwist auch so richtig auszutragen. Im Böblinger Osten ist derzeit eine echt deutsche Variante zu beobachten: der kleine Terror per Gartenzwerg. Kein gewöhnlicher dieser Spießer-Gesellen ist es, der dort an der Reihenhausgrenze seine Missfallens-Botschaften versendet, sondern einer, der auf der Vorderseite dem Betrachter den Stinkefinger entgegenreckt und auf der Rückseite mit einem blanken Hinterteil zu glänzen weiß.zwerg
Fast ebenso so nett wie diese Provokation per Vorgartenfigur ist, wie die Leute vom Amt mit dieser Sache umgehen. Der von den Zwergen-Gesten betroffene Hausbesitzer hat nämlich mal bei Experten nachgefragt, was denn gegen solche wenig netten non-verbale Äußerungen zu unternehmen sei. Muss man sich nicht gefallen lassen, meinte der Fachmann von den Haus- und Grundbesitzern. Also rückte die Polizei an und nahm sich der Sache an – mit vollem Ernst: 45 Minuten lang gingen die Einsatzbeamten dem Fall akribisch auf den Grund und kleideten dies in eine 2-seitige Anklage, die an die Staatsanwaltschaft ging. Die Strafverfolger legten dann einen deutlich geringeren Verfolgungsdrang an den Tag, als die Leute von der Streife. “Kein öffentliches Interesse” maßen sie der Sache bei und sahen von einer Strafverfolgung ab.Mit dieser Mitteilung wollte sich der vom obszönen Finger und blankem Po bedrängte Böblinger dann auch zufrieden geben. Von Freunden gut gemeinte Tipps, doch einen pinkelnden Zipfelmützenträger in Gegenstellung zu bringen, erreichten nicht das Stadium der Umsetzung. Deeskalation war stattdessen angesagt. “Der soll standableiba bis er kalte Fiaß kriagt” hat unser Nachbar beschlossen. Noch mehr Welle käme ja auch schon einem Zwergenaufstand gleich.


25.06.2011

Autorin erzeugt Bilder, die lange haften bleiben

Um 17:41 Uhr von KRZ-Redaktion in Allgemein, Literaturtipps

Mücke FeuerMarie ist Studentin, Praktikantin in einem Verlag. Dort lernt sie den Schriftsteller Rupert kennen, 33 Jahre älter als sie, zweimal geschieden und bereits Vater und Großvater – keine gute Voraussetzung für eine auf Dauer angelegte Beziehung. Und doch hält diese 20 Jahre, bis zum Tod Ruperts. Unspektakuläre Jahre, aber erfüllt von Zuneigung und gemeinsamen Interessen, vom Schreiben, Erzählen und Lesen. Der Lebensstil der beiden ist einfach, ein gemietetes kleines Haus in Ostfriesland, später eine Wohnung mit Freunden in Hamburg. Freunde sind wichtig, der Gedankenaustausch mit ihnen, die Natur in ihren jahreszeitlichen Erscheinungen.
Klingt in der Zusammenfassung langweilig, aber die zarte Sprache, die Formulierungskunst der Autorin erzeugen Bilder, die lange haften bleiben. Es sind nur Momentaufnahmen aus beider Leben, eine Mischung von Alltäglichkeiten und tiefen Gedanken über gesellschaftliche Gegebenheiten, über Gerechtigkeit, Freundschaft und Liebe, über die Schönheit des Lebens und den Tod.
Nach dem Krebstod Ruperts sinniert Marie teils im Rückblick, teils in fiktiven Briefen an ihren verstorbenen „Feuerfreund“ über die 20-jährige Lebensgemeinschaft. Kein Idealmann wird dabei beschrieben, negative Eigenschaften werden nicht unterschlagen, aber das Wesentliche, die starke Liebe zueinander, gleiche Wertvorstellungen als Voraussetzung gelungenen Lebens sind unverkennbar.
„Feuerfreund“ nennt ihn die Autorin, weil er gerne Kerzen entzündet und die Glut im Ofen am Leben hält. Liebe, Freundschaft, Krankheit und Tod – am Ende des Romans beginnen wir, ihn noch einmal von vorn zu lesen, wissend, dass wir eine hochtalentierte Autorin kennengelernt haben.

Sabine Peters: Feuerfreund. Wallstein-Verlag 2010. 219 Seiten, 19 Euro.

Von Rita Mücke, ehemalige Leiterin der Stadtbibliothek Böblingen


25.06.2011

Von Santiago nach Sevilla zur Zeit der Inquisition

Um 17:38 Uhr von KRZ-Redaktion in Allgemein, Literaturtipps

Jani LöweRafael, ein Waisenjunge, der bei seinem Onkel und seiner Tante in Santiago de Compostela lebt, wird vom Onkel zum Stehlen gezwungen. Nach einem scheinbar tödlich endenden Streit mit seiner Tante, flieht er gemeinsam mit dem Fischerjungen Pablo aus der Stadt. Pablo möchte nach Sevilla, um von dort in die neue Welt aufzubrechen und Rafael schließt sich im zögernd an. Auf ihren Weg treffen sie auf den Hausierer und fahrenden Dichter Mateo. Dieser ist Mitglied eines Geheimbundes von Freidenkern, die von der heiligen Inquisition verfolgt werden. Die beiden sind von Mateos Freiheitsliebe tief beeindruckt und nehmen sich ihn zum Vorbild. Doch schließlich trennen sich ihre Wege wieder.
Stattdessen gesellen sich nach und nach weitere Kinder und der junge Zigeuner Niello zu den beiden Jungen. Alle sind sie Waisen und Opfer der allmächtigen Kirche. In das Mädchen Estella verliebt sich Pablo Hals über Kopf. Als sie schließlich erfahren, dass Mateo der Inquisition in die Hände gefallen ist, beschließen sie, alles daran zu setzen, um ihn wieder zu befreien. Helfen soll ihnen dabei der „Rote Löwe“, ein sagenumwobener Volksheld. Nachdem sie den „Roten Löwen“ gefunden haben, gelingt es ihnen gemeinsam, Mateo mit Hilfe einer List in letzter Minute zu befreien.
Die beiden niederländischen Autoren Bert Kouwenberg und An van?t Oosten zeichnen ein eindrückliches Bild der Situation in Spanien um 1600. Die Odyssee der Kinder spiegelt die politische und soziale Situation zur damaligen Zeit und zeigt das unvorstellbare Leid derer, die damals von der allmächtigen Kirche gnadenlos verfolgt wurden. Den beiden Autoren gelingt es, eine Atmosphäre zu schaffen, die den Leser zunehmend in den Bann zieht. Verpackt ist das alles in eine spannende Abenteuergeschichte, deren Handlung manchen originellen Hacken schlägt. Am Ende findet Rafael – der Waisenjunge – sein Lebensziel darin, ebenso wie Mateo mit Hilfe der Dichtkunst für die Freiheit zu kämpfen. Pablo hingegen zieht es vor, mit seiner großen Liebe Estella  in sein Fischerdorf zurückzukehren.

Bert Kouwenberg und An van’t Oosten: Der Rote Löwe. Urachhaus 2010, 15,90 Euro.

Von Andreas Jani, Kinder- und  Jugendbibliothekar der Stadtbibliothek Böblingen


22.06.2011

Spott-Cast die Zweite

Um 16:50 Uhr von Langner in Spott-Cast

Thomas Schreckenberger spottet wieder. Diesmal geht es um halb- bzw. ganz nackte Jugendliche, die in Steinenbronn für Action sorgen, um ein Hildrizhausemer Kunstprojekt für Jugendliche und glückliche Gärtringer Rinder und die Frage, ob man das Fleisch auf dem seinem Teller wirklich persönlich gekannt haben will.

Hier der zweite Spott-Cast vom 22. Juni 2011

18.06.2011

Tragische Geschichten mit trügerischem Titel

Um 17:33 Uhr von KRZ-Redaktion in Allgemein, Literaturtipps

Mücke AnfangDer Titel ist trügerisch. Etwas Schönes entwickelt sich nicht aus den Leben von Amalia, Chesi und Gadi. Die drei sind als Kinder von Shoa-Überlebenden geprägt von den Schicksalen ihrer Väter und Mütter, von deren Traurigkeit und den resultierenden schwer verständlichen Verhaltensweisen. Sie sind gemeinsam aufgewachsen im Tel Aviver Stadtteil Yad Elijahu. Nach Kindheit und Jugend haben sich ihre Wege scheinbar getrennt – nur scheinbar, denn in Wahrheit sind sie untrennbar.
Wenn Amalia, Chesi und Gadi von sich erzählen, stehen wir Leser jeweils auf deren Seite, und mit dem Perspektivenwechsel ändern wir unmerklich unsere Zugeneigtheit. Amalia wirkt selbstbewusst, wird eine gefeierte Radiosprecherin, aber ihr Verhältnis zu Eltern und Schwester ist gespalten, ihre Liebschaften zerbrechen. Sie glaubt sich verlassen und wählt den Freitod.
Auch Chesis Leben scheint erfolgreich, er lehrt Geschichte in Paris, aber sein besessenes Vorhaben, das jüdische Herkunftsstetl in Polen mit Hilfe von Spendengeldern wieder aufleben zu lassen, kann nur grandios scheitern. Und Gadi? Wegen einer Erkrankung an Kinderlähmung hinkend, in seiner Kindheit verspottet, wird er reich in Amerika, verspielt aber die Liebe seiner Ehefrau und seiner Kinder. Er kann sich nicht lösen von seiner Sehnsucht nach Tel Aviv.
Die Inhaltsbeschreibung zeigt schon, dieser Roman bietet keine leichte Lektüre, aber die Vielschichtigkeit, die glänzende Erzählkunst und der erstaunlicherweise oft durchscheinende Humor lassen ihn zu einem Lesegenuss werden.

Doron, Lizzie: Der Anfang von etwas Schönem, Suhrkamp 2007, 257 Seiten.

Von Rita Mücke, ehemalige Leiterin der Stadtbibliothek Böblingen


18.06.2011

Schwarzwaldflößer und Revolution

Um 17:29 Uhr von KRZ-Redaktion in Allgemein, Literaturtipps

Jani WasserEs ist Spätsommer 1849, die badische Revolutionsarmee ist endgültig geschlagen. Die Revolutionäre hat man entweder exekutiert oder sie sitzen im Gefängnis und warten auf ihren Prozess. Im tiefsten Schwarzwald scheint man zunächst weit weg zu sein von den Wirren der Revolution und doch spürt man auch hier ihre Auswirkungen. Auf Grund der politischen Unsicherheit wird kaum mehr Holz nachgefragt. Für den Flößer Ludwig Bruchmeier wird es zunehmend schwerer, seine Familie zu ernähren.
Als auch noch die Kartoffelfäule die Ernte zerstört und Ludwigs Sohn Hans beim Großbauern nichts mehr zum Familienunterhalt hinzuverdienen kann, ist die Familie endgültig gezwungen, ihre Hütte im Schwarzwald zu verlassen und in einer der neu gebauten Textilfabriken im Tal der Wiese ein neues Auskommen zu suchen. Die Arbeitsbedingung in der Spinnerei sind allerdings katastrophal. Nach einem langen harten Winter bricht Ludwig Bruchmeier auf, um am Rhein wieder Arbeit als Flößer zu finden.
Als der Vater nicht mehr zurückkommt, schickt die Mutter Hans los, um nach dem Vater zu suchen. Mutig bricht Hans in Richtung Mannheim auf. Mit ihm zusammen macht sich Lisbeth – die Tochter eines inhaftierten Revolutionärs – auf den Weg. Ihre wohlhabende Patin lebt in Mannheim. Doch während sich für Lisbeth alles zum Besten wendet, muss Hans erfahren, dass sein Vater seine Familie scheinbar im Stich gelassen hat und nach Amerika ausgewandert ist. Nur gut, dass Hans in Lisbeth eine Freundin gefunden hat, die ihn in der Not nicht im Stich lässt.
Gabriele Beyerlein schildert in ihrem neuen historischen Roman die sozialen Verhältnisse zur Zeit der Märzrevolution. Die prekären Arbeitsverhältnisse in den Textilfabriken, das harte Los der Tagelöhner und die ständige Bedrohung durch den Hunger werden eindrücklich beschrieben. Verpackt hat Gabriele Beyerlein diese kleine „Geschichtslektüre“ in eine spannende Geschichte, die zunehmend an Fahrt gewinnt und erst nach vielen spannenden Verwicklungen ein versöhnliches Ende findet.

Gabriele Beyerlein: „Schwarzes Wasser“, Thienemann 2010, 14,90 Euro.

Von Andreas Jani, Kinder- und  Jugendbibliothekar der Stadtbibliothek Böblingen


17.06.2011

Spott an!

Um 13:44 Uhr von Langner in Spott-Cast

Auf dem youtube-Kanal von bb-live gibt es etwas Neues. Die Kabarettisten Thomas Schreckenberger und Bettina Kästle werfen jede Woche einen spöttischen Blick auf das lokale und überregionale Geschehen, über das sie in der KREISZEITUNG lesen.

Hier der erste Spott-Cast vom 15. Juni 2011


16.06.2011

Biertrinken macht gleichgültig – na und?

Um 20:12 Uhr von Langner in Satire und Humor der Marke KREISZEITUNG

Bier-im-Freien-Trinker sind weise. Während eitle Freibadgänger wertvolle Sonnenstunden im Fitnessstudio verplempern, weil sie sie sich bierohne Sixpack am Bauch nicht unters Volk trauen, genießt der Biertrinker den Sommer lieber gleich in vollen Zügen aus seinem Sixpack, das er bequem in der Kühltasche bei sich trägt. Dass sein eigener Bauch dabei mit jedem weiteren Bier an öffentlicher Repräsentierfähigkeit auf der Freilichtbühne der Eitelkeit verliert ist ihm dabei ziemlich schnurz. Nicht umsonst lautet sein Motto: “Biertrinken macht gleichgültig? Mir doch egal!” (mehr…)


12.06.2011

Rock-blog by svo! Ein Blues-Rocker namens JOE COCKER!

Um 02:06 Uhr von svo in Rock-Blog

JOE COCKER ist eine massive Erscheinung am Mikrofon, von dem auf der Bühne außer seinen legendären Arm-Aktionen nur wenig Bewegung zu erwarten ist. Dennoch erlebt man ihn stets als Schwerstarbeiter seiner Gilde, der mit jedem Ton zu ringen scheint, bis er schließlich schweißüberströmt ist und die Adern auf der Stirn schwellen.

Joe Cocker by Don S. (2011 - www.dons-punkt.de)

Joe Cocker by Don S. (2011 - www.dons-punkt.de)

So sahen ihn auch die Fans, als er diese Woche das Sommer-Festival vor dem Schloss in Stuttgart eröffnete. Mit fast 70 Jahren präsentierte sich das Urgestein des Blues-Rock in Höchstform. Mit seiner einzigartigen Stimme – die rauchig-rau und einfühlsam weich zur gleichen Zeit ist, so dass einem hinkende Vergleiche wie „weichgespültes Schmirgelpapier“ in den Kopf kommen – intonierte er vor nicht ganz ausverkauften Rängen, innerhalb von fast zwei Stunden, Hit auf Hit. Und es wurde einem wieder einmal bewusst, wie viele davon JOE COCKER in seiner langen Karriere hatte:

Joe Cocker by Don S. (2011 - www.dons-punkt.de)

Joe Cocker by Don S. (2011 - www.dons-punkt.de)

Unter anderem „When The Night Comes“, „Unforgiven“, „Summer In The City“, „Up Where We Belong”, „You Are So Beautiful”, „Hardknocks” – der Titelsong seines aktuellen Erfolgsalbums – „N’Oublies Jemais“. Absolute Highlights des Abends, bei denen das Publikum sich endgültig von den Stühlen erhob, waren aber natürlich „Leave Your Hat on“, „Unchain My Heart“ und „With A Little Help“. Vor allem bei diesem Song bewies der Rock-Barde, dass seine Stimmbänder noch immer alles können, selbst die krassen Höhen, die seine Version des BEATLES-Klassikers so unverwechselbar machen …

Joe Cocker by Don S. (2011 - www.dons-punkt.de)

Joe Cocker by Don S. (2011 - www.dons-punkt.de)

JOE COCKER vor der Kulisse des Stuttgarter Schlosses war ein würdiger Auftakt für das diesjährige Festival und einfach ein großartiges Erlebnis!

Rock on!


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