Lesertipp: Die große Reise in die Walachei
Ein Juwel von einem Buch wurde im Herbst 2010 vorgestellt: Tschick. Ein Roman über zwei 14-jährige Jungen aus der brandenburgischen Provinz, nördlich von Berlin. Sie lernen sich in der achten Klasse kennen und erleben ihre Abenteuer bei Touren durch Ostdeutschland. Die beiden kommen aus unterschiedlichen Elternhäusern und haben doch so vieles gemeinsam. Maik, der Sohn aus reichem Haus, und Tschick, der Russe aus der Hochhaussiedlung. Sie sind viel zu oft alleine mit ihren Problemen. Aus Langeweile überredet Tschick seinen Kumpel Maik in den Sommerferien zu einer Fahrt zu seinen Verwandten in die Walachei. Da sie nicht wissen, wo diese ist, fahren sie einfach immer in Richtung Süden. Eine wunderschöne Freundschaft beginnt. Das Buch ist so fantastisch geschrieben, voller Humor, Traurigkeit und sehr viel Witz. Ein Verlust für jeden, der es nicht gelesen hat. Empfehlenswert für Erwachsene und gleichermaßen für Jugendliche.
Wolfgang Herrndorf: Tschick. Rowohlt 2010
Von Erika Martin-Tacke, Aidlingen
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Mit Alvise Tron, dem Commissario aus Venedig, begeben wir uns in eine Zeit zurück, die Kaiser Franz Joseph von Österreich, Kaiser Napoleon III. von Frankreich, hochmütige Adelige, raffinierte Geldabschneider und skrupellose Attentäter lebendig werden lässt. Die österreichische Herrschaft über Oberitalien wankt, die italienische Einigungsbewegung wird stärker – da wollen viele mitspielen. Aber in Venedig gibt es Commissario Tron, einen Mann aus uraltem, aber extrem verarmtem Adel. Mit seiner Mutter lebt er in einem Palast, der kaum noch bewohnbar ist, aber die harten, armseligen Essensreste werden von einem Kammerdiener auf Silber serviert. Und der alljährliche Maskenball in Trons Palazzo ist das angesagteste Ereignis in Venedig.
Hamburg in den Jahren 1961/62: Die Familien in der „Siedlung“ am Deich haben es sich nach dem Krieg gemütlich eingerichtet. Karin geht im Sommer zusammen mit ihrer Freundin in der Elbe baden. Am Abend wird gemeinsam mit den Nachbarn – die noch keinen eigenen Fernseher haben - die Sendung „Firma Hesselbach“ angeschaut. Den auch vor der Behelfssiedlung am Deich macht das Wirtschaftswunder nicht halt. Man lebt beinahe wie im Paradies. Doch als Karin die „Sternenkinder“ von Clara Asscher-Pinkhof liest, ein Buch über jüdische Kinder im Nationalsozialismus, und entdeckt, dass im Familienalbum einzelne Bilder fehlen, bekommt die Idylle Risse. Haben ihre Eltern wirklich nichts gewusst, genauso wie alle anderen Erwachsenen in der kleinen Siedlung?
Nach einer Lesung macht Inge Jens eine erschreckende Entdeckung: Ihr Mann und Koautor Walter Jens ist plötzlich nicht mehr in der Lage, das gemeinsame Buch zu signieren. Er kann seinen Namen nicht mehr schreiben. Es sind die ersten Anzeichen einer unheilbaren Demenz. Der Schriftsteller und berühmte Tübinger Professor Walter Jens wird etwas später auch seine Sprache verlieren, eine Tragödie. Davon erzählt Inge Jens am Ende ihrer „Unvollständigen Erinnerungen“.
Ist er nicht süß? Das ist mein Schweinehund! Den musste ich am Wochenende besiegen, um bei dem bescheidenen Wetter laufen zu gehen! Aber ich habe es doch geschafft. Am Samstag ging ich mit
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Sechs der aus heutiger Sicht bedeutendsten Autoren der fantastischen Literatur werden in diesem Jugendbuch vorgestellt. Leben und Werk von Stephen King, Philip K. Dick, Stanislaw Lem, J.R.R. Tolkien, Bram Stoker und Mary Shelley werden auf jeweils 40 bis 50 Seiten dargestellt. Überschrieben sind die Lebensgeschichten mit den Titeln der berühmtesten Werke: Frankenstein, Dracula, Herr der Ringe, Solaris, Blade Runner und Es.
Auch mir war der Name des Autors J.M.G. Le Clézio unbekannt, als er 2008 den Literatur-Nobelpreis erhielt. Aber – neugierig geworden – begann ich zu lesen und das mit wachsender Begeisterung. Sein Roman „Wüste“ prägte sich mir so ein, dass ich noch zwei Jahre nach der Lektüre das junge Mädchen in der marokkanischen Wüstenlandschaft vor Augen habe wie in einem Film. Eine bildreiche Sprache, die zu lesen eine Freude auch dann wäre, wenn sicher weiter gar nichts ereignen würde als dieses Dasein in einer uns so fremden Welt.
Es gibt Kommissare, die beinahe jeder kennt, ob Krimileser oder nicht. Seien es die älteren wie Maigret, Poirot oder die zeitgenössischen wie Beck, Wallander oder Brunetti.