Rock-Blog by svo! Warum nicht mal Punk?!
Eine Legende des deutschen Punkrocks „wütete“ letzte Woche im Zapata in Stuttgart. Dorthin musste das eigentlich für die Röhre vorgesehene Konzert von SLIME aufgrund der großen Nachfrage verlegt werden … welche hardcore Punkband kann so etwas von sich schon behaupten?!

Aber SLIME sind ja auch nicht irgendwelche x-beliebigen Punkrocker. Bereits seit 1979 gibt es die Band … mit zwischenzeitlicher Auflösungserscheinung von 1994 bis 2009. In dieser Zeit hat sich die einstige Speespitze der deutschen links gerichteten Anarcho-Musikszene, die immer sehr politisch in ihren Texten war und deren Musik nahezu alle nachfolgenden Punkbands beeinflusst hat, eine große Fangemeinde geschaffen. Und die – bunt zusammengewürfelt, aber eben voll punk – wollte ihre Idole sehen und strömte deswegen zuhauf ins Zapata.
Um dem, was die Fans erwarteten, Rechnung zu tragen, unterschied sich der Auftritt der Hamburger Band erwartungsgemäß nur wenig zu dem, was SILME schon immer ausgezeichnet hatte: Wilder, schneller, harter Punkrock, melodisch auf das Notwendigste reduziert, mit provokanten, schmutzigen und wilden Texten. Mit dabei die alten Chaos-Parolen der 80er Jahre und alle Song-Klassiker von „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ bis „Störtebeker“ – eigentlich präsentieren SLIME seit ihrer Wiederbelebung im letzten Jahr kontinuierlich eine Art „Best of“ ihrer Karriere, was die Fans natürlich begeistert und zu nahezu permanentem Mitgrölen verleitet, zumindest wenn die Luft nach Dauer-Pogo und Bier noch reicht.
Allerdings bringt es auch mit sich, dass das rund zweistündige Programm ein wenig eingestaubt und antiquiert wirkt. Zwar peppt Sänger DIRK „Dicken“ JORA die bekannten Parolen gegen das Establishment mit aktuellen Themen auf, in Stuttgart natürlich mit Aufrufen gegen „Stuttgart 21“ und die Atom-Dabatte aber irgendwie hat das Ganze doch immer einen unverhohlenen Retro-Chame.

Trotzdem hat SLIME sich, wenngleich in die Jahre gekommen, ganz eindeutig die Wut früherer Tage konserviert und da die Bevölkerung neuerdings wieder Lust am Protest gefunden hat, ist die Band trotz altem Stoff – so paradox es klingen mag – „in“, ihre Aussagen aktuell wie selten zuvor und erleben ein unglaubliches Revival. Es zeigt sich eben doch, dass Kritik an der Führungsspitze nie veraltet … und ein Live-Konzert mit SLIME ist immer noch ein echtes Anarcho-Erlebnis!
Rock on!
svo
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Neulich erreichte uns ein E-Mail, mit einem Inhalt, der mehr nach einem Hilferuf klang als nach einem “Warum?”. 






Kommentare: 2
Böblingen, Deine Straßenkennzeichnungen. Wie viele genau davon die Wege der Stadt zieren? Sagen wir mal, es sind viele. Sehr viele. Dass sich darunter einige befinden, bei denen es mit der Rechtschreibung nicht so genau genommen wurde, liegt offenbar in der Natur der Sache.