29.11.2010

Rock-Blog by svo! Warum nicht mal Punk?!

Um 14:54 Uhr von svo in Rock-Blog

Eine Legende des deutschen Punkrocks „wütete“ letzte Woche im Zapata in Stuttgart. Dorthin musste das eigentlich für die Röhre vorgesehene Konzert von SLIME aufgrund der großen Nachfrage verlegt werden … welche hardcore Punkband kann so etwas von sich schon behaupten?!

 slime by svo - zapata2010_MG_9405c

Aber SLIME sind ja auch nicht irgendwelche x-beliebigen Punkrocker. Bereits seit 1979 gibt es die Band … mit zwischenzeitlicher Auflösungserscheinung von 1994 bis 2009. In dieser Zeit hat sich die einstige Speespitze der deutschen links gerichteten Anarcho-Musikszene, die immer sehr politisch in ihren Texten war und deren Musik nahezu alle nachfolgenden Punkbands beeinflusst hat, eine große Fangemeinde geschaffen. Und die – bunt zusammengewürfelt, aber eben voll punk – wollte ihre Idole sehen und strömte deswegen zuhauf ins Zapata.

 Um dem, was die Fans erwarteten, Rechnung zu tragen, unterschied sich der Auftritt der Hamburger Band erwartungsgemäß nur wenig zu dem, was SILME schon immer ausgezeichnet hatte: Wilder, schneller, harter Punkrock, melodisch auf das Notwendigste reduziert, mit provokanten, schmutzigen und wilden Texten. Mit dabei die alten Chaos-Parolen der 80er Jahre und alle Song-Klassiker von „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ bis „Störtebeker“ – eigentlich präsentieren SLIME seit ihrer Wiederbelebung im letzten Jahr kontinuierlich eine Art „Best of“ ihrer Karriere, was die Fans natürlich begeistert und zu nahezu permanentem Mitgrölen verleitet, zumindest wenn die Luft nach Dauer-Pogo und Bier noch reicht.

Allerdings bringt es auch mit sich, dass das rund zweistündige Programm ein wenig eingestaubt und antiquiert wirkt. Zwar peppt Sänger DIRK „Dicken“ JORA die bekannten Parolen gegen das Establishment mit aktuellen Themen auf, in Stuttgart natürlich mit Aufrufen gegen „Stuttgart 21“ und die Atom-Dabatte aber irgendwie hat das Ganze doch immer einen unverhohlenen Retro-Chame.

slime by svo - zapata2010_MG_9406c

Trotzdem hat SLIME sich, wenngleich in die Jahre gekommen, ganz eindeutig die Wut früherer Tage konserviert und da die Bevölkerung neuerdings wieder Lust am Protest gefunden hat, ist die Band trotz altem Stoff – so paradox es klingen mag – „in“, ihre Aussagen aktuell wie selten zuvor und erleben ein unglaubliches Revival. Es zeigt sich eben doch, dass Kritik an der Führungsspitze nie veraltet … und ein Live-Konzert mit SLIME ist immer noch ein echtes Anarcho-Erlebnis!

Rock on!

svo


20.11.2010

Manchem sind Pfeile ein echtes Kreuz

Um 12:07 Uhr von Langner in Warum?

Von Dirk Hamann

Warum PfeileNeulich erreichte uns ein E-Mail, mit einem Inhalt, der mehr nach einem Hilferuf klang als nach einem “Warum?”.

Wolfgang Karas wies uns darauf hin, dass wir vor mehr als zwölf Jahren einen seiner Leserbriefe abgedruckt haben, in dem er offenbar darauf hingewiesen haben muss, dass Pfeile auf farblich markierten Radfahrerfurten nichts zu suchen haben. “Damals wurden nach einer für Behörden relativ kurzen Zeit die Pfeile auf dem Radweg Richtung Ehningen übermalt”, schrieb er uns. Und weiter: “Der Hinweis auf mehrere andere Stellen wurde vom Rathaus anscheinend nicht beachtet.” Als Beleg schickte er uns Bilder von Pfeilen auf der Radfahrerfurt an der an der Wildermuth-Kaserne mit.

Wie viele Polizisten in den vergangenen Jahren schon über die Pfeile gegangen oder gefahren sind? Diese Frage können wir ihm nicht beantworten. Wohl aber die Frage, warum die Pfeile dort noch immer den roten Radweg zieren. Die Stadtverwaltung stimmte jedenfalls zu, dass auf dem markierten Radweg entlang der Wolfgang-Brumme-Allee zu den Richtungspfeilen das mittlerweile obligatorische Fahrradsymbol fehlt. Doch da derzeit geprüft werde, ob die Radwegführung vor der Kasernenzufahrt geändert wird, und für diesen Fall neu markiert werden müsste, bleibe vorerst alles so, wie es ist. “Sollte der Radweg so bleiben wie bisher, wird die Markierung angepasst”, bekamen wir allerdings versichert.

Die KREISZEITUNG sucht nach Merkwürdigkeiten die unser alltägliches Leben begleiten. Wenn Ihnen solche auffallen, teilen Sie uns diese unter redbb[*]bb-live.de mit. Wir recherchieren, so die Begebenheit für eine breite Leserschicht interessant sein könnte, gerne, warum manches so ist, wie es ist.


19.11.2010

Rock-Blog by svo! And the winner is …

Um 19:15 Uhr von svo in Rock-Blog

Ok, dieser Tage wurden auch die MTV Awards vergeben – aber wer, der auf der rockigen Seite des Lebens unterwegs ist, interessiert sich schon dafür?

„Unterwegs“ ist aber ein gutes Stichwort, denn der demütige Verfasser dieser Zeilen war zeitgleich mal wieder Konzert-mäßig unterwegs und das gleich saumäßig, nämlich an drei Tagen hintereinander. Da bietet es sich natürlich an, ein wenig zu vergleichen und einen Gewinner zu küren … und deswegen noch mal:

Und der Gewinner ist …

VOLBEAT! Die hart rockenden Dänen traten in Ludwigsburg, in der vollkommen ausverkauften Arena auf und bewiesen, warum sie derzeit DIE aufstrebenden Metaller sind. Mit klarer Verwandtschaft zu METALLICA präsentieren MICHAEL POULSEN

volbeat by Don S - lubu2010_MG_7903c

und seinen (Nor)mannen erfrischende Songs jenseits des Genre-Allerleis, die besonders dann gut sind, wenn sie Punk-Elemente, klassischen Rock’n Roll, Rockabilly, Death oder gar Reggae mit einfließen lassen … die Jungs sind da ganz ungeniert und offen. Vor allem sind sie aber LIVE hervorragend – kolossaler Sound und viel Bewegung auf der Bühne, ungeheure Spielfreude und spürbarer Spaß, ließen in Ludwigsbug der Funken überschlagen!

 volbeat by Don S - lubu2010_MG_7849c

Dabei hatten die Nordmänner starke „Konkurrenz“: Den zweiten Platz teilen sich, ebenfalls auch dem noch höheren Norden, die wunderbaren Girls von INDICA und Schock-Rock Altmeister ALICE COOPER.

Indica by Din S - Röhre2010_MG_7722c

Die Finninnen, die mit ihrem Gothic-Pop-Rock in diesem Jahr, mit ihrem ersten englischsprachigen Album „A Way Away“, den Sprung von ihrer nordischen Heimat, wo sie längst Superstars sind, nach Deutschland schafften, traten in der Röhre auf und begeisterten dort ihr Publikum mit einer grandiosen Rock-Show, mit viel Witz, Sexappeal und großartiger Musik. Besonders gefielen dabei ihre Interpretation des KATE BUSH Klassikers „Wutherin’ Heights“ und die (leider zu wenigen) Songs in finnischer Sprache, die irgendwie noch einmal eine Idee besser klangen als die englischen … den hübschen Damen kann man nur wünschen, dass es weiter bergauf geht.

 Ganz oben angekommen, und das schon seit Jahrzehnten, ist der andere „Zweitplatzierte“, der Schock-Rock-Legende, ALICE COOPER.

alice cooper by Don S - porsche2010_MG_8147c

Sein Auftritt in der Porsche-Arena in Stuttgart beinhaltete alles, was man von ALICE COOPER erwartet: Unter dem Motto „Theatre Of Death“ präsentierte Cooper alle großen Songs seiner langen Karriere – „School’s out“ sogar zweimal, als Intro und Outro zur Show, jeweils anders aufbereitet – und starb auf der Bühne zig gewaltsame Tode. Nichts Neues, aber das Alte so gut wie immer … und wer mit über 60 Jahren noch so fit und stimmgewaltig auf die Bühne tritt, muss auch keinen Innovationspreis mehr gewinnen … schade war eigentlich nur, dass er auf der Bühne nicht die Deko von „Cooper’s Bar am Ende des Universums“ wählte – war aber vermutlich eine Frage der Technik …

alice cooper by Don S - porsche2010_MG_8244c

 Etwas abgeschlagen auf dem dritten Platz (oder Platz vier, dank der Doppelbesetzung auf Rang zwei) landet eine weitere Finnin, TARJA TURUNEN. Die ehemalige NIGHTWISH-Sängerin wandelt nun bereits mit ihrem zweiten Album, „What lies beneath“ auf Solo-Pfaden und versucht dabei den Spagat zwischen Klassik und Metal. Mit ihrer einzigartigen klassisch ausgebildeten Stimme, mit der sie schon die Musik von NIGHTWISH prägte, wusste sie im Vorprogramm von Alice Cooper ihre Fans zu begeistern. Allerdings fehlt der Schönen aus dem Norden, die nun in Südamerika lebt, mit ihrer Band die Metal-Power der einstigen NIGHTWISH-Weggefährten doch etwas, und die klassische Seite ihrer Musik überwiegt zunehmend. Das ist sicher in TARJAs Sinn, denn sie plant nächstes Jahr auch eine Klassik-Tournee und hofft dabei auch auf die Untersttzung ihrer rockig gepolten Fans.

tarja by don s - porsche - 2010_MG_8019c

Im Sinn der ALICE COOPER-Fans war die Perfomance eher nicht so ganz. Die konnten sich zwar für die stimmgewaltige Finnen mehr erwärmen als für die als erste Band (im Ranking unter „ferner liefen“ notiert) EISBRECHER, und rockten sogar etwas mit, wenn die Sängerin „alte“ NIGHTWISH-Hymnen auspackte. So richtig ideal war die Kombi Classic-Rock mit Schock-Rock aber nicht … und Classic-Rock verlor klar gegen den Schocker. Das wird TARJA sicher im Frühjahr anders ergehen, dann startet ihre Headliner-Tour und dann empfängt sie im LKA/Longhorn auch ihre ganz persönliche Fangemeinde.

tarja by don s - porsche - 2010_MG_7984c

Rock on!

svo


11.11.2010

Merkwürdiges mit Merksätzen

Um 12:06 Uhr von Langner in Warum?

Von Dirk Hamann

Warum MerksätzeBöblingen, Deine Straßenkennzeichnungen. Wie viele genau davon die Wege der Stadt zieren? Sagen wir mal, es sind viele. Sehr viele. Dass sich darunter einige befinden, bei denen es mit der Rechtschreibung nicht so genau genommen wurde, liegt offenbar in der Natur der Sache.

Unserer Leserin Gerlinde Hoffmann beispielsweise fällt schon seit Jahren auf, dass es in Böblingen eine Lange Straße gibt. “Zumindest bis zur Hausnummer 23 gibt es sie”, hat sie uns mitgeteilt. “Überquert man aber die kreuzende Herrschaftsgartenstraße gibt es auf einmal die Langestraße mit den Nummern 24 bis 32.” Laut Stadtplan wiederum gibt es nur die Lange Straße. Warum es nun zwei Schreibweisen für ein und dieselbe Straße gibt? Die Antwort darauf war von Seiten der Stadtverwaltung leicht zu beantworten: Der Fehlerteufel hat sich an dieser Stelle eingeschlichen, das Schild mit der falschen Schreibweise wird ausgetauscht – womit die Langestraße aus dem Stadtbild verschwinden darf.

Conny Marschall hat auf der Diezenhalde eine Florian-Geyer-Str. entdeckt, die in eine Florian-Geyerstr. mündet. Auch hierfür gab’s neben dem Dank fürs Aufspüren die Zusage von Seiten der Stadt, dass die Florian-Geyer-Str. bald von der fehlerhaften Kennzeichnung Florian-Geyerstr. befreit wird.

Dazu durften wir Belehrungen von Seiten der Verwaltung entgegen nehmen. “Enthalten Straßennamen ein Adjektiv, dann werden sie getrennt geschrieben”, bekamen wir zu lesen – und weiter: “Bindestriche werden gesetzt, wenn ein Straßennamen aus mehrteiligen Namen besteht.”

Aha. So, so. Klingt richtig, lässt uns aber erneut wundern. Wir fragen uns, wem diese Merksätze gelten sollen? Etwa Böblinger Bürgern, die ganz ohne fremde Hilfe Fehler aufspüren? Der KRZ-Redaktion, die versucht – möglichst sprachlich gewandt – Sonderbarkeiten wiederzugeben? Oder stehen diese Grundregeln deutscher Sprache etwa künftig im Merkheft städtischer Bediensteter?

Die KREISZEITUNG sucht nach Merkwürdigkeiten die unser alltägliches Leben begleiten. Wenn Ihnen solche auffallen, teilen Sie uns diese unter redbb[*]bb-live.de mit. Wir recherchieren, so die Begebenheit für eine breite Leserschicht interessant sein könnte, gerne, warum manches so ist, wie es ist.