Hindernis vor dem Häckselplatz
Von Dirk Hamann
Gut gelaunt ist Albrecht Josenhans Ende August mit seinem Schnittgut zum gerade frisch wiedereröffneten Häckselplatz gefahren. Vorbei die Zeit der weiten Entsorgungswege, seinen Baumschnitt darf der Böblinger nun wieder regelmäßig am Rande seiner Stadt deponieren. Doch auf dem Weg zur neuen Grünzeugbeseitigungsstelle kam er in Schwierigkeiten. Besser gesagt, er stieß auf einen Wegweiser mit der Aufschrift “Häckselplatz” – direkt unter einem Schild angebracht, dass ihm anzeigte, dass ihm die Weiterfahrt dorthin nicht gestattet ist. “Darf man hier nur zu Fuß anliefern?”, fragte sich Albrecht Josenhans. “Oder wird dies nun eine neue Geldbeschaffungsmaßnahme der Stadt?”
Der Frage, warum diese seltsame Schilderkombination den Wegesrand auf der Zufahrt zum Häckselplatz ziert, sind wir prompt auf den Grund gegangen. Und dabei auf einige erhellende Erklärungen gestoßen: Erstens haben wir erfahren, dass der Häckselplatz-Wegweiser vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises befestigt wurde. Und dass das Fahrverbotschild dort vor Jahren von den Amerikanischen Streitkräften angebracht worden ist.
Dass beide Hinweise nicht zusammenpassen, ist den dafür Verantwortlichen im Landratsamt und in der Panzerkaserne, nachdem sie darauf hingewiesen wurden, sofort klar geworden – für die endgültige Lösung dieser doch sehr komplexen Sachlage haben sie allerdings etwas mehr Zeit in Anspruch genommen. Zunächst einmal hat der Abfallwirtschaftsbetrieb mit einem Provisorium dafür gesorgt, dass Schnittgut-Entsorger nicht mehr in die Zwickmühle geraten. Mit einem “Zufahrt bis Häckselplatz frei” waren sie von allen Schwulitäten, in die sie hätten geraten können, befreit.
Weil ein Provisorium eben nur ein Provisorium ist, bleibt es nicht dabei. So haben sich mehrere Mitarbeiter beider zuständiger Parteien für einen Vor-Ort-Termin verabredet und sind dort, knapp eineinhalb Monate nach Bekanntwerden des Problems, ganz schnell zu einer pragmatischen Lösung gekommen: Der Abfallwirtschaftsbetrieb wird in den kommenden Tagen das Schild, das motorisierten Fahrzeugen die Weiterfahrt untersagt, um 300 Meter nach hinten, hinter die Deponieeinfahrt, versetzten. Und damit alles seine Ordnung hat, werden Besucher des Häckselplatzes künftig mit einem Schild in blau mit weißem Pfeil nach links dazu aufgefordert, auf gleichem Weg zurückzufahren, auf dem sie gekommen sind. Obendrein erhält das Musberger Sträßle an dieser Stelle schnuckelige Halteverbotsschilder.
Damit ist klar: Die Durchfahrt bis zum Häckselplatz ist erlaubt, parken verboten.
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