08.06.2011

Pavillon ohne Leben in der Bude

Um 11:30 Uhr von Langner in Warum?

Von Dirk Hamann

Warum PavillonEin Hinweisschild an der Kreuzung Tübinger Straße/Stettiner Straße weist den Weg, zum Parkhaus an der Kongresshalle. Dazu ist es mit einem kleinen “i” versehen, was für einen Standort gilt, an dem es Informationen für Gäste Böblingens gibt. Doch das A und O am I fehlt: Einen Info-Punkt bietet die Kreisstadt in der Nähe der Kongresshalle schließlich schon lange nicht mehr. Dort, wo einst einer gewesen ist, steht nur noch ein verwaistes Bauwerk, das den hübschen Namen Pavillon trägt.

Warum ein i-Parkhaus-Schild noch die Richtung zum für die Landesgartenschau errichteten Info-Pavillon deutet? Dies bei der Stadtverwaltung nachzufragen, haben wir uns gespart, wir tippen mal ganz feste darauf, dass das klitzekleine “i-chen” auf dem Wegweiser schlichtweg übersehen wurde.

Was bleibt, ist die Frage nach dem leerstehenden Gebäude, hübsch anzusehen und eigentlich in einer Top-Lage, um dort beispielsweise ein Café mit Biergarten anzusiedeln. Warum der Pavillon an der Kongresshalle verwaist ist? Das ist eine Geschichte der komplizierteren Art, wie uns die Stadtverwaltung wissen lässt. Wir erfahren in einer Antwort, dass der Pavillon, den es an dieser Stelle bereits in den 70er Jahren gab und der 1996 zur Landesgartenschau neu errichtet wurde. Wir werden darüber aufgeklärt, dass nach der Landesgartenschau dort die Stadtinformation mit Kartenverkauf der CCB GmbH angesiedelt war – im Zuge der Haushaltskonsolidierung die Aufgaben der Stadtinformation seit Anfang 2003 ins Rathaus verlagert wurden. Und der Pavillon zum 1. Dezember 2003 für die Öffentlichkeit geschlossen war. Bis zum 31. März 2010 war der Pavillon dann an die Schmücker Gastro GmbH vermietet und wurde von dieser als Bürofläche genutzt.

Inzwischen weiß offenbar niemand so richtig, was man mit dem Bau anfangen könnte. “Nutzungen für Zwecke der Gastronomie, als Café oder Bistro waren und sind durch Vorgaben der Versammlungsstätten-verordnung und durch bedeutende Kosten für erforderliche Umbauten erschwert”, lässt uns die Stadtverwaltung wissen, dass sich mit dem Pavillon im aktuellen Zustand kaum etwas anfangen lässt. Und äußert eine Hoffnung, die garantiert auch von vielen Böblingern geteilt wird: “Der heutige Pächter des Pavillons, die CCBS, wäre froh, wenn es gelänge, im Pavillon wieder eine attraktive Nutzung zu realisieren.” Dazu lädt die CCBS alle Bürgerinnen und Bürger zu einer Ideensammlung samt Finanzierungsvorschlag ein. Vielleicht ließe sich für diesen bevorzugten Standort auch ein Sponsor gewinnen.

E-Mails dazu bitte auch unter redbb[*]bb-live.de an die KREISZEITUNG – wir doch wären schließlich zu gerne von Anfang an als neugierige Beobachter mit im Boot, wenn der schön anzusehende aber völlig verwaiste Pavillon an der Kongresshalle wieder Leben in die Bude bekäme.

Die KREISZEITUNG sucht nach Merkwürdigkeiten die unser alltägliches Leben begleiten. Wenn Ihnen solche auffallen, teilen Sie uns diese unter redbb[*]bb-live.de mit. Wir recherchieren, so die Begebenheit für eine breite Leserschicht interessant sein könnte, gerne, warum manches so ist, wie es ist.


06.04.2011

Zählen Frauen nicht als Erwachsene?

Um 12:14 Uhr von Langner in Warum?

Von Michael Stierle

Warum FrauenFrohgelaunt war Eva Reismann am Samstag ins Sindelfinger Floschenstadion gekommen, um sich das Derby in der Fußball-Landesliga gegen die SV Böblingen anzuschauen, enttäuscht fuhr sie nach dem mageren 0:0 wieder nach Hause. Die großen Erwartungen wurden nicht erfüllt.

Doch nicht nur die torlosen 90 Minuten ärgerten sie, auch der provisorische Hinweis mit den Eintrittspreisen am Tribüneneingang beschäftigte sie. Denn dort waren genau zwei Kategorien aufgeführt: Erwachsene und Ermäßigte. Was sie daran störte: Zu den Ermäßigten gehören neben Rentnern, Schwerbeschädigten, Jugendlichen ab 15 Jahren, Studenten, Wehr- und Ersatzdienstleistenden auch – und jetzt kommt’s – Frauen.

“In Deutschland haben wir viele fußballbegeisterte Menschen. Wir haben Männer und Frauen, die Fußball spielen. In Sindelfingen spielen die Frauen sogar in der 2. Bundesliga. Wir haben Männer und Frauen, die Fußballspiele in den Medien kommentieren, in diesem Sommer haben wir sogar die Fußballweltmeisterschaft der Frauen im eigenen Land”, schreibt sie an die KRZ. “Für fast alle Fußballspiele zahlen Männer und Frauen Eintritt. Aber im Sindelfinger Floschenstadion zahlen Erwachsene und Ermäßigte.” Als ob die Frauen nicht zu den Erwachsenen gehören würden.

Darauf angesprochen muss Ralf Brenner aus dem Führungstrio der Sindelfinger Fußballabteilung erst einmal schmunzeln. “Das ist doch gar nicht bös’ gemeint”, klärt er auf, “das ist deshalb so aufgeführt, weil die Frauen auch weniger Eintritt zahlen.” Genau genommen drei Euro statt fünf. Und dann verspricht er, “dass wir das ganz schnell ändern und auch die Frauen separat ausweisen werden”. Bis zum nächsten Heimspiel am 16. April gegen die SpVgg Freudenstadt werde das erledigt. “Jetzt hoffe ich natürlich, dass die Frau Reismann dann auch wieder zu uns ins Stadion kommt und sich persönlich davon überzeugt, dass wir ihre Anregung aufgenommen haben”, so Brenner.

Hoffentlich bleibt’s nicht nur beim Versprechen wie vor dem Derby. Da hatten beide Seiten viele Tore garantiert, heraus kam bekanntlich aber nur eine Nullnummer.

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11.01.2011

Neubezug möglich, Abrissbirne droht

Um 12:12 Uhr von Langner in Warum?

Von Katharina Weiss

Warum NeubezugWarum, oder in diesem Fall besser gefragt: Was? – verbirgt sich hinter den Toren des Hauses in der Sindelfinger Straße, Ecke Talstraße? Das fragt der Böblinger Colja Müller. “Vielleicht ist das mehr “Heimatkunde” als eine “Merkwürdigkeit”, schrieb er uns und hat damit wahrscheinlich nicht ganz Unrecht. Aber er ist sicher nicht der einzige Böblinger, der sich über das Gebäude wundert, vielleicht an der Straßenkreuzung im Auto sitzt, auf die grüne Ampel wartet und sich fragt: “Was ist das eigentlich für ein Schuppen da?”

Wir haben uns auf die historischen Spuren des Hauses mit der Nummer 49 begeben, das sich zurzeit im Eigentum des Landkreises befindet. Viele Gerüchte und Halbwahrheiten kursieren um die Mauern, deren Fundament vor knapp 74 Jahren gelegt und das zunächst als städtisches Gebäude genutzt wurde. Seitdem hat es zahlreiche Tapetenwechsel mitgemacht.

Vor- und während des Krieges beherbergte das Gebäude die Finanzverwaltung und als dann der Krieg zu Ende ging, öffnete es seine Türen für die Amerikaner. 1952 bezog das Landratsamt die vier Wände in der Sindelfinger Straße. Acht Jahre später kam der neue Nachmieter: Die IBM ließ sich für die nächsten 18 Jahre häuslich nieder – darauf folgte für zwölf Jahre die Polizei Böblingen, bis sie 1990 ihr neues Hauptquartier in der Calwer Straße bezog.

Zuletzt wurde Haus Nummer 49 als Asylantenwohnheim genutzt. Und nun? Was befindet sich inzwischen dort? Die Antwort, kurz und knapp: nichts, seit 2006 steht das Gebäude leer. “Es gibt wohl Interessenten für das Objekt”, erklärte uns Melitta Thies, bis Ende des Jahres Leiterin der Pressestelle des Landkreises Böblingen. Es sei jedoch noch nicht entschieden, ob man nicht selbst den Altbau wieder nutze. “Das Problem bei der Sache ist”, führte Melitta Thies aus, “dass laut Gutachten eine Sanierung um die 1,5 Millionen Euro kosten würde.”

Ob das Gebäude Sindelfinger Straße 49 also demnächst einen neuen Bewohner in seiner langen Gesichte vermerken darf oder ihm die Abrissbirne droht, ist folglich noch ungewiss.

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05.01.2011

Böse Falle für Sehbehinderte?

Um 12:11 Uhr von Langner in Warum?

Von Michael Stürm

Warum SehbehinderteBöblingen, ein gefährliches Pflaster für Blinde? Unsere Leserin Traude Henne hat sich so ihre Gedanken gemacht, als sie unlängst die Fußgängerampel am Elbenplatz benutzt und die dort angebrachte Signalanlage mit ihrem Signalton für Sehbehinderte wahrgenommen hat. “Das Signal”, schreibt sie besorgt, “ist nicht nur bei Grün, sondern auch bei Rot”. Ihr Fazit: “Für Blinde könnte es übel enden, würden sich diese auf den Signalton verlassen.” Böse Falle also an einer der verkehrsreichsten Kreuzungen der Stadt?

Keine Sorge. Aus dem Rathaus gibt es Entwarnung. “Ampelanlagen mit Einrichtungen für sehbehinderte Menschen unterscheidet man nach einem Orientierungston und einem akustischen Freigabesignal”, erklärt Reinhard Schopf, Abteilungsleiter für Tiefbau und Verkehrstechnik, bei der Stadtverwaltung.

Das gilt auch für den Elbenplatz. Das Klackgeräusch, das ständig zu hören ist, ist der Orientierungston und soll die Sehbehinderten an den gelben Kasten heranführen, der am Ampelmast angebracht ist. An der Unterseite dieses sogenannten “Anforderungstasters” befindet sich ein für sehbehinderte Menschen lebenswichtiger Taster. Denn erst wenn der gedrückt wird, wird das gelbe Gehäuse zum wichtigen Helfer durch den Böblinger Verkehrsdschungel. Dann nämlich verändert das Kästchen Takt und Ton seines Signals, sobald die Ampel grün zeigt.

Kein schlechter Service für Leute, deren Augenlicht es nicht mehr zulässt, ungefährdet am Böblinger Straßenverkehr teilzunehmen. Wer der Sache nicht traut, der sollte einfach den Taster mal drücken, lautet die Empfehlung aus der Böblinger Amtsstube: “Am besten wird es deutlich, wenn man es selbst mal ausprobiert”, sagt Reinhard Schopf.

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15.12.2010

Schilderwald rund ums Stadion

Um 12:09 Uhr von Langner in Warum?

Von Dirk Hamann

Warum SchilderwaldRund um das Dagersheimer Waldstadion sind unserem Leser Rudolf Sauer gleich mehrere Merkwürdigkeiten aufgefallen. Weil er ein sehr aufmerksamer Mensch ist – und sich als Polizist sehr genau in Sachen genaue Bedeutung und sachgerechter Verwendung von Verkehrsschildern auskennt. Zwischen Stadion und Kreisstraße (siehe Fotos) geben laut einer Zuschrift weitere Straßenschilder Rätsel auf.

Von der Kreisstraße kommend ist zunächst Z. 260 (Verbot für Kraftfahrzeuge) angeordnet – mit dem Zusatzschild: “Frei für landwirtschaftlicher Verkehr”, hat der Böblinger beobachtet. Dann folgt Z. 267 (Verbot der Einfahrt), das aber Fahrradfahrer und landwirtschaftlichen Verkehr wiederum ausnimmt. “Also genau diejenigen Verkehrsteilnehmer, die sowieso auf diesem Weg fahren dürfen”, so Sauer.

Doch das ist nach seinen Beobachtungen erst der Anfang des Schilderwalds, denn aus der Gegenrichtung ist wiederum Z. 267 angeordnet. “Allerdings befindet sich das Verkehrszeichen links, ist also im Widerspruch zur allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung angebracht, denn derzufolge müssen die Schilder am rechten Fahrbahnrand angebracht sein, außer in Einbahnstraßen – dieser Weg ist aber keine Einbahnstraße!” Also ist das Schild, das auf das Verbot der Einfahrt hinweist, vollkommen unnötig – es sei denn, dass damit bezweckt werden sollte, dass Kraftfahrzeuge, die den Weg verbotswidrig benutzen, wenigstens nicht in diese Richtung fahren.

Darüber hinaus in diesem Gebiet rätselhaft: In der Zufahrt zum Waldstadion steht zu Beginn beidseitig das Schild, das den Namen Z. 260 (Verbot für Kraftfahrzeuge) trägt. Dannn folgen auf dem Sträßle, das sowieso nur Fahrräder und Land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge benutzen dürfen, insgesamt zwölf Halteverbotsschilder. “Wäre eine Schranke nicht die billigere Maßnahme gewesen, um zu verhindern, dass dort bei Fußballspielen oder sonstigen Veranstaltungen Kraftfahrzeuge halten?”, rätselt Sauer.

Eine ganze Menge komplexe Schildbürgerstreiche, die der emsige Böblinger da auf einen Haufen präsentiert. Einfache Erklärungen für diesen Auswuchs an seltsam aufgestellten Verkehrszeichen gibt’s von Seiten der Stadtverwaltung.

Zum Feldweg an der Kreisstraße in Richtung Ehningen räumen die dafür Zuständigen Mitarbeiter der Stadt ein, dass es richtig sei, dass die Zeichen 260 (Verbot für Kraftfahrzeuge) für eine Sperrung ausreichen würden. “Das Verkehrszeichen hatte in der Vergangenheit allerdings viele Verkehrsteilnehmer bei Verkehrsstau nicht davon abgehalten, Schleichwege über die gesperrten Feldwege zu benutzen. Die Bezirksverwaltung Dagersheim drängte deshalb auf die zusätzliche Aufstellung der Zeichen 267 (Verbot der Einfahrt), um dem Verbot zusätzlich Nachdruck zu verleihen”, erfahren wir zudem. Und bekommen noch eine Erfolgsmeldung hinterhergeschoben: “Zumindest beim Bürger- und Ordnungsamt ist die Zahl der Beschwerden über die Schleichwegfahrten auf den Dagersheimer Feldwegen seit der Aufstellung der zusätzlichen Verkehrszeichen rückläufig.”

Ähnliche Auskünfte, die ein wenig Licht in den Schilderwald bringen, erhalten wir von Seiten der Stadt über die Zufahrt zum Waldstadion: “Die Zeichen 260 hielten Verkehrsteilnehmer zu gewissen Zeiten nicht davon ab, den Bereich hinter den Verkehrszeichen auf solche Weise zu beparken, dass vor allem Rettungsfahrzeuge nicht mehr in den Innenraum des Waldstadions gelangen konnten.” Mit der Aufstellung der Verkehrszeichen seien die Fälle des ordnungswidrigen Parkens zurückgegangen, die Zufahrt zum Stadion sei in aller Regel frei.

Was wir aus der rätselhaften Beschilderungskiste lernen? Es ist offensichtlich so, als würden unterschiedliche Verkehrszeichen von einigen Bürgern unterschiedlich ernst genommen. Oder: Manchmal ist ein wenig mehr als erforderlich besser, um am Ende zum gewünschten Ziel zu gelangen – auch wenn es dazu unnötige oder sinnverfälschende Zeichen braucht.

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20.11.2010

Manchem sind Pfeile ein echtes Kreuz

Um 12:07 Uhr von Langner in Warum?

Von Dirk Hamann

Warum PfeileNeulich erreichte uns ein E-Mail, mit einem Inhalt, der mehr nach einem Hilferuf klang als nach einem “Warum?”.

Wolfgang Karas wies uns darauf hin, dass wir vor mehr als zwölf Jahren einen seiner Leserbriefe abgedruckt haben, in dem er offenbar darauf hingewiesen haben muss, dass Pfeile auf farblich markierten Radfahrerfurten nichts zu suchen haben. “Damals wurden nach einer für Behörden relativ kurzen Zeit die Pfeile auf dem Radweg Richtung Ehningen übermalt”, schrieb er uns. Und weiter: “Der Hinweis auf mehrere andere Stellen wurde vom Rathaus anscheinend nicht beachtet.” Als Beleg schickte er uns Bilder von Pfeilen auf der Radfahrerfurt an der an der Wildermuth-Kaserne mit.

Wie viele Polizisten in den vergangenen Jahren schon über die Pfeile gegangen oder gefahren sind? Diese Frage können wir ihm nicht beantworten. Wohl aber die Frage, warum die Pfeile dort noch immer den roten Radweg zieren. Die Stadtverwaltung stimmte jedenfalls zu, dass auf dem markierten Radweg entlang der Wolfgang-Brumme-Allee zu den Richtungspfeilen das mittlerweile obligatorische Fahrradsymbol fehlt. Doch da derzeit geprüft werde, ob die Radwegführung vor der Kasernenzufahrt geändert wird, und für diesen Fall neu markiert werden müsste, bleibe vorerst alles so, wie es ist. “Sollte der Radweg so bleiben wie bisher, wird die Markierung angepasst”, bekamen wir allerdings versichert.

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11.11.2010

Merkwürdiges mit Merksätzen

Um 12:06 Uhr von Langner in Warum?

Von Dirk Hamann

Warum MerksätzeBöblingen, Deine Straßenkennzeichnungen. Wie viele genau davon die Wege der Stadt zieren? Sagen wir mal, es sind viele. Sehr viele. Dass sich darunter einige befinden, bei denen es mit der Rechtschreibung nicht so genau genommen wurde, liegt offenbar in der Natur der Sache.

Unserer Leserin Gerlinde Hoffmann beispielsweise fällt schon seit Jahren auf, dass es in Böblingen eine Lange Straße gibt. “Zumindest bis zur Hausnummer 23 gibt es sie”, hat sie uns mitgeteilt. “Überquert man aber die kreuzende Herrschaftsgartenstraße gibt es auf einmal die Langestraße mit den Nummern 24 bis 32.” Laut Stadtplan wiederum gibt es nur die Lange Straße. Warum es nun zwei Schreibweisen für ein und dieselbe Straße gibt? Die Antwort darauf war von Seiten der Stadtverwaltung leicht zu beantworten: Der Fehlerteufel hat sich an dieser Stelle eingeschlichen, das Schild mit der falschen Schreibweise wird ausgetauscht – womit die Langestraße aus dem Stadtbild verschwinden darf.

Conny Marschall hat auf der Diezenhalde eine Florian-Geyer-Str. entdeckt, die in eine Florian-Geyerstr. mündet. Auch hierfür gab’s neben dem Dank fürs Aufspüren die Zusage von Seiten der Stadt, dass die Florian-Geyer-Str. bald von der fehlerhaften Kennzeichnung Florian-Geyerstr. befreit wird.

Dazu durften wir Belehrungen von Seiten der Verwaltung entgegen nehmen. “Enthalten Straßennamen ein Adjektiv, dann werden sie getrennt geschrieben”, bekamen wir zu lesen – und weiter: “Bindestriche werden gesetzt, wenn ein Straßennamen aus mehrteiligen Namen besteht.”

Aha. So, so. Klingt richtig, lässt uns aber erneut wundern. Wir fragen uns, wem diese Merksätze gelten sollen? Etwa Böblinger Bürgern, die ganz ohne fremde Hilfe Fehler aufspüren? Der KRZ-Redaktion, die versucht – möglichst sprachlich gewandt – Sonderbarkeiten wiederzugeben? Oder stehen diese Grundregeln deutscher Sprache etwa künftig im Merkheft städtischer Bediensteter?

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27.10.2010

Hindernis vor dem Häckselplatz

Um 12:04 Uhr von Langner in Warum?

Von Dirk Hamann

warum HäckselplatzGut gelaunt ist Albrecht Josenhans Ende August mit seinem Schnittgut zum gerade frisch wiedereröffneten Häckselplatz gefahren. Vorbei die Zeit der weiten Entsorgungswege, seinen Baumschnitt darf der Böblinger nun wieder regelmäßig am Rande seiner Stadt deponieren. Doch auf dem Weg zur neuen Grünzeugbeseitigungsstelle kam er in Schwierigkeiten. Besser gesagt, er stieß auf einen Wegweiser mit der Aufschrift “Häckselplatz” – direkt unter einem Schild angebracht, dass ihm anzeigte, dass ihm die Weiterfahrt dorthin nicht gestattet ist. “Darf man hier nur zu Fuß anliefern?”, fragte sich Albrecht Josenhans. “Oder wird dies nun eine neue Geldbeschaffungsmaßnahme der Stadt?”

Der Frage, warum diese seltsame Schilderkombination den Wegesrand auf der Zufahrt zum Häckselplatz ziert, sind wir prompt auf den Grund gegangen. Und dabei auf einige erhellende Erklärungen gestoßen: Erstens haben wir erfahren, dass der Häckselplatz-Wegweiser vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises befestigt wurde. Und dass das Fahrverbotschild dort vor Jahren von den Amerikanischen Streitkräften angebracht worden ist.

Dass beide Hinweise nicht zusammenpassen, ist den dafür Verantwortlichen im Landratsamt und in der Panzerkaserne, nachdem sie darauf hingewiesen wurden, sofort klar geworden – für die endgültige Lösung dieser doch sehr komplexen Sachlage haben sie allerdings etwas mehr Zeit in Anspruch genommen. Zunächst einmal hat der Abfallwirtschaftsbetrieb mit einem Provisorium dafür gesorgt, dass Schnittgut-Entsorger nicht mehr in die Zwickmühle geraten. Mit einem “Zufahrt bis Häckselplatz frei” waren sie von allen Schwulitäten, in die sie hätten geraten können, befreit.

Weil ein Provisorium eben nur ein Provisorium ist, bleibt es nicht dabei. So haben sich mehrere Mitarbeiter beider zuständiger Parteien für einen Vor-Ort-Termin verabredet und sind dort, knapp eineinhalb Monate nach Bekanntwerden des Problems, ganz schnell zu einer pragmatischen Lösung gekommen: Der Abfallwirtschaftsbetrieb wird in den kommenden Tagen das Schild, das motorisierten Fahrzeugen die Weiterfahrt untersagt, um 300 Meter nach hinten, hinter die Deponieeinfahrt, versetzten. Und damit alles seine Ordnung hat, werden Besucher des Häckselplatzes künftig mit einem Schild in blau mit weißem Pfeil nach links dazu aufgefordert, auf gleichem Weg zurückzufahren, auf dem sie gekommen sind. Obendrein erhält das Musberger Sträßle an dieser Stelle schnuckelige Halteverbotsschilder.

Damit ist klar: Die Durchfahrt bis zum Häckselplatz ist erlaubt, parken verboten.

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09.10.2010

Undercover-Schaffer in Darmsheim

Um 12:02 Uhr von Langner in Warum?

Von Eddie Langner

Warum ArtikelDer Darmsheimer ist leidensfähig und geduldig. Das weiß jeder, der tagtäglich aus Richtung Grafenau zur Arbeit durch den Ort pendelt und beobachtet, wie beispielsweise Anwohner auf der Döffinger Straße vor Frust ins Lenkrad beißen, weil die blechernen Egoisten-Kolonne sie nicht aus der heimischen Einfahrt herauslässt.

Aber seit dem Spatenstich für die Nordumfahrung am 4. Juni im Löchle haben die Darmsheimer etwas, worauf sie sich freuen können: ein Löchle, das bald zu einem großen Loch, respektive einem Tunnel wird. Durch diesen soll, wie Regierungspräsident Johannes Schmalzl jetzt verlauten ließ, ab 2014 der Verkehr fließen. Bis dahin ist aber noch viel Zeit. Denselben Gedanken schienen während der Sommerferien auch die Firmen auf der Baustelle am Löchle gehabt zu haben. Wie sonst ist es zu erklären, dass sich dort für einige Wochen nichts zu tun schien?

Wir fragen schriftlich beim Bauamt der Stadt Sindelfingen nach. Und sind verblüfft: Wenige Tage später wuseln wieder Baggern, Laster und behelmte Menschen auf der Baustelle. War das die Allmacht der KREISZEITUNG? Eher nicht. Eine Vorabinfo aus dem Sindelfinger Rathaus ergibt, dass eins der beteiligten Unternehmen seine Betriebsferien beendet und die Arbeiten wieder aufgenommen habe.

Aha, aber hatten die tatsächlich sechs Wochen Betriebsferien? Diese Frage haben sich offenbar nicht nur Pendler und Anwohner gestellt. Auch die Sindelfinger Verwaltung wollte wissen, warum die Baustelle dem Anschein nach ohne erkennbaren Fortschritt wochenlang brach lag, und schickte eine entsprechende Anfrage ans zuständige Regierungspräsidium in Stuttgart. Von dort erhielt die Stadt die Antwort, dass – bis auf wenige Tage – sehr wohl gearbeitet worden sei. Man habe es nur nicht sehen können, weil an einer uneinsichtigen Stelle geschafft worden sei.

Ein paar Tage später meldet sich das Rathaus erneut: Es liege eine Mitteilung des Regierungspräsidiums vor. Die könne man aber nicht an die Zeitung weiterleiten. Warum? Darum. Aha. Also rufen wir direkt beim Regierungspräsidium an, wo Pressesprecher David Bösinger zunächst nichts von einer solchen Mitteilung weiß, nach einer kurzen Recherche aber fündig wird und damit auch bestätigt, dass es eine entsprechende Anfrage aus dem Sindelfinger Rathaus gab. Auch er will die Mitteilung nicht weiterleiten. Warum? “Diese Bausachen sind so kompliziert”, meint Bösinger sinngemäß. “Das sind zu viele technische Details”, meint der Mann, der ansonsten zu weit weniger komplexen Bauprojekten wie etwa “Stuttgart 21″ Stellung nimmt.

Also liest er den Inhalt der Mitteilung am Telefon vor – was die Sache natürlich deutlich einfacher macht. Folgende Wortfetzen sind bei uns hängen geblieben: “Es wurde auch während der Sommerferien am Spatenstichobjekt gearbeitet . . . Betonbauwerk . . . in Rahmenbauweise ausgeführt . . . untere Seite ist bei dieser Bauweise offen . . . anders als bei normaler Brücke, wo man erst eine Seite, dann die andere, dann die Mitte baut . . .” – wie David Bösinger schon sagte: “Viele technische Details.”

Und wie erklärt er den Umstand, dass auf der Baustelle kein Mensch zu sehen war? Dafür nennt er drei Gründe: Zum einen brauche der Beton bei einer solchen Rahmenbauweise laut “Bewehrungsplan” (wieder so ein technisches Detail) eine längere Ausreifzeit, und müsse daher ein paar Tage ruhen. Zum anderen hätten die Arbeiter wegen der vielen Regenfälle im August oft erst nachmittags anfangen können. Dies erkläre auch, warum lange Zeit nicht einmal Baustellenfahrzeuge zu sehen waren (wir dachten schon, die Arbeiter wären mit dem Fallschirm abgesprungen). Und schließlich habe eine der beteiligten Baufirmen tatsächlich in den letzten beiden Augustwochen Betriebsferien gehabt. Allerdings hätten dafür andere gearbeitet. Kurz: Alles paletti am Löchle und im Zeitplan sei man auch.

Klingt doch alles prima. Wenn das so weiterginge, wäre das ein Segen für die Darmsheimer: Endlich einmal eine Baustelle, von der niemand was mitbekommt. Wir fürchten jedoch, dass es spätestens kommenden Sommer vorbei ist mit der Ruhe. Dann wollen Darmsheims Undercover-Schaffer mit dem Tunnelbau beginnen.

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16.09.2010

Schönere Schilder für den Schlossberg

Um 12:00 Uhr von Langner in Warum?

Von Dirk Hamann

Warum SchilderSchon gemerkt? Während die üblichen Straßenschilder Böblingens schlicht und zweckorientiert den Weg weisen, dürfen einige auserwählte schmuck-schnörkelig und in Schönheit glänzen: diejenigen, die rund um den Schlossberg beheimatet sind.

Warum es in Böblingen ein Straßenschilder-Zweierlei gibt? Die Antwort darauf bekommen wir von der Stadtverwaltung. “Die Straßenschilder am Schlossberg wurden in einer anderen Form und Schriftart gewählt, da sie den Charakter der Altstadt in ihrem Erscheinungsbild widerspiegeln sollen. Dies betrifft den gesamten Kern der Altstadt wie zum Beispiel auch die Pfarrgasse und die Marktstraße”, erfahren wir und merken süffisant an: Wenn es jetzt noch gelänge, die Altstadt ordentlich mit Leben zu füllen, dann würden noch mehr Menschen erfreut merken, dass im Herzen Böblingens besonders nett anzuschauende Schildlein stehen.

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