Geheimnisse im Nordmeer
Obwohl der Roman mit unerklärlichen Bedrohungen der weiblichen Hauptperson beginnt, gehört er doch nicht zu der weit verbreiteten Spezies geheimnisumwehter Geschichten.
Susanne, Krimiautorin von Beruf, nimmt teil an einer wissenschaftlichen Nordmeerexpedition. Ihr vergangenes Leben war nie einfach, sie war eine eher ungeliebte Tochter, deren Mutter Björn, den Sohn ihrer Zwillingsschwester, aufzog und ihn abgöttisch liebte.
Durch die bedrohlichen Vorfälle an Bord brechen aus Susanne verstörende Erinnerungen hervor. In zwischengeschobenen Rückblicken entfaltet sich das Panorama einer Familie, in der niemand je wirklich glücklich war. Nicht der Ehemann Birger, nicht die Zwillingsschwestern Inez und Elsie, nicht Susanne und auch nicht Björn. Eigentlich eher zufällig wird Björn der umjubelte Star einer Band. Kurz scheint das Glück aufzuleuchten, aber zu tief sitzen Eifersucht und besitzergreifende Liebe.
Als Björn nach einem demütigenden Vorfall während eines Konzerts spurlos verschwindet, ist nichts mehr wie vorher.
Mag auch die ein oder andere Spur, die die Autorin legt, nicht ganz zu überzeugen, bleibt doch ein interessantes Porträt einer Familie, die keinen Ausweg aus ihrer problematischen, verfahrenen Situation findet.
Majgull Axelsson: Eis und Wasser, Wasser und Eis. Bertelsmann 2010. 542 Seiten, 22.90 Euro
Von Rita Mücke, ehemalige Leiterin der Stadtbibliothek Böblingen
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